Chronik

Auszüge aus der Ortschronik der Gemeinde Diebach

 

Gesamtübersicht:

  • Zeugnisse aus der Diebacher Frühgeschichte
  • Weinbau
  • Mühlräder - Nutzung damals und heute
  • Örtliche Gerichtsbarkeit
  • Schulleben in Diebach
  • Die Weltkriege und ihre Folgen für die Gemeinde
  • Die Gemeinde Diebach in der Nachkriegszeit
  • Kirchliche Bauaktivitäten
  • Bauliche Veränderungen im Ortsteil
  • Diebacher Vereinsleben
  • Vereinsringanbau
  • Dorfplatz Schafferswiese
  • Das Diebacher Gemeindewappen
  • Die Entwicklung des Dorfnamens
Weitere Chroniken:


Lebenserinnerungen Diebacher Bürger:

 

Historisches über Diebach:



Zeugnisse aus der Diebacher Frühgeschichte

Diebach liegt 175m ü.d.M im Talkessel an der Fränkischen Saale, im NO der Sturmiusberg - 326m hoch - mit dem vorgelagerten Galgenberg, im SW der Römersberg. Dahinter erhebt sich der Sodenberg (506m), ein erloschener Vulkan, frühere heidnische Kultstätte, auf dem der Frankenapostel Kilian das Kreuz errichtete.
Bei Renovierungarbeiten an der alten Wehrkirche wurde Bandkeramik gefunden, welche die Besiedelung Diebachs schon um 3000 v. Chr. nachweist.

Von einer Besiedelung der fruchtbare Gegend im Saalegrund vor ca. ca. 3000 Jahren zeugen Tonscherben und Bronzegegenstände (z.B. Armring mit leicht anschwellenden Enden) aus der Hallstattzeit (700-450 v. Chr.), die Anfang des 20. Jahrhunderts in den Hügelgräbern links der Waizenbacher Straße ausgegraben wurden. Dort befinden sich insgesamt 15-20 Hügelgräber in den Waldabteilungen Mühlschlag und Eschig. Beeindruckend ist vor allem der Trichter eines Hügelgrabes. Das Größte der fünf geöffneten Hügelgräber war wohl 7 Meter hoch und hatte einen Durchmesser von 40 Metern. Aufgetürmte Steinmassen im Inneren ließen auf eine Grabkammer schließen. Es wurden ein hübsch verzierter Armring, Bruchstücke von Haarspangen und Ringe in diesem Grab gefunden, sowie die Scherben eines zusammengedrückten riesigen Topfes (Höhe 52 cm; Bauchweite 60 cm) aus schwarzem Ton mit Perlenkranz am Halse. Auf einem der Gefäße befand sich eine pechartige schwarze Masse, diese war nicht in Alkohol löslich und brannte wie Siegellack mit weihrauchähnlichem Geruch. Vielleicht hätte diese Masse heutzutage bestimmt werden können, Herr Kommerzienrat Franz Josef Lang konnte dies Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht.

Fast alles wurde 1945 beim Bombenangriff auf Würzburg zerstört. Die nachfolgenden Bilder zeigen die erhalten gebliebenen Fundstücke, welche leider nicht mehr den einzelnen Gräbern zugeordnet werden können. Aufgrund mehrere Tipps aus der Diebacher Bevölkerung durchforstete Kreisheimatpfleger Roland Heinlein das Würzburger Archiv und entdeckte diese Grabbeigaben. Mit freundlicher Genehmigung des Mainfränkischen Museums Würzburg dürfen wir diese Bilder der verloren geglaubten Funde aus Diebach veröffentlichen. 




Die Besiedlung der jetzigen Stelle unseres Dorfes geht wahrscheinlich auf die um 530 n.Chr. in das Saaletal vordringenden Franken zurück.

Im Jahre 777 wird Diebach erstmals urkundlich erwähnt, als Karl der Große sein Königsgutsbezirk in Hammelburg mit seinen "Zugehörigen" "Thyupfbah" (Diebach), "Achynebah" (Eschenbach) und "Harital" (Erthal) dem Kloster Fulda unter dessen erstem Abt Sturmius (Lieblingsschüler des hl. Bonifazius)  in einer Schenkung übereignete. Diebach war damals ein Vorwerk von Hammelburg, mit dem es eine wirtschaftliche und militärische Einheit bildete.

"Der Abt Sturmiusberg baute auf den später nach deinen Namen benannten Berge die ersten, in dieser Gegend bisher hoch unbekannten Reben." (Zitat) Dies belegt, dass im Saalethal der Weinbau in Diebach seine Wurzeln hat. Jahrhunderte lang wurde auf dem Sturmiusberg Reben angebaut. In heutiger Zeit setzen nur noch einige Hobbywinzer diese Tradition fort. Gemäß der oben genannten Überlieferung betete der Abt Sturmius gerne am Bethberg (Beetberg), einem Bereich des Sturmiusberg nahe Reesberg (siehe Karte 1846). Dieser Abt. Sturmius wurde im Jahre 1139 heilig gesprochen.

Ca. 811 schenkten die Schwestern Hadapurg (Nonne Hadaburgis) und Huoca ihre Güter in Diebach dem Kloster Fulda unter Abt Sturmius. Diese Urkunde bezeugt neben der Existenz dreier Mühlen an der Saale bereits eine Kirche, die man am Standort des heutigen Gotteshauses annehmen darf. Vermutlich als Steinbau, wurde das Kirchengebäude wohl im frühchristlich - romanischen Stil der Karolingerzeit errichtet. Als Kirchenpatron kann man wie bei den meisten Kirchen des Raumes aus dieser Zeit den heiligen Martin annehmen.
Um das Jahr 900 werden in einem Bestandsbrief des Klosters Fulda als sein Besitz in Diebach des Weiteren 20 Güter mit 10 Hörigen - 30 freie Ackerbauern - 60 abgabepflichtige Hofsassen und 25 zinspflichtige Knechte genannt. Rechnet man hierzu noch die Familienangehörigen, so ist ersichtlich, dass Diebach schon im 10. Jhd. ein recht ansehnlicher Ort war.
Ein Adelsgeschlecht "von Diebach" wird um 1230 erwähnt. Dieses Geschlecht scheint bereits um 1300 ausgestorben zu sein, jedoch fällt in seine Herrschaftszeit noch die Erbauung einer größeren Kirche im romanischen Stil, von der heute noch Chor, Turm sowie Längs- und Querschiff erhalten sind. Zu Beginn des 16. Jhds. wurden Türen und Fenster gotisiert und etwas später eine Sakristei angefügt. Ihre heutige Gestalt als Wehrkirche erhielt diese vermutlich in der Zeit des 30jährigen Krieges, als sie von allen vier Seiten von ein- bis zweigeschossigen Fachwerkbauten, den Gaden, umgeben wurde, die anfangs zur Verteidigung, später als Keller- und Lagerräume genutzt wurden. 

Nachdem im Jahr 1967 ein Großteil der östlichen Gaden einbrach, wurde der weitere Abbruch der einsturzgefährdeten Gaden verfügt, die noch erhaltenen Gebäude wurden unter Denkmalschutz gestellt. Erste nennenswerte Maßnahmen zur Restaurierung werden allerdings erst seit der jüngsten Vergangenheit unternommen. Im Zuge des Ausbaus der Staatsstraße in der Ortsdurchfahrt Diebach wurden 1976 straßenseitige Kirchgaden abgebrochen, dafür wurde eine Stützmauer errichtet. Der Anfang der 1970er Jahre durchgeführte Kirchenneubau erforderte bereits die Beseitigung verschiedener im Bereich der neuen Sakristei liegender Gaden, so dass von der Kirchenburg nur noch die Hälfte der Gesamtanlage vorhanden ist. Dank der Initiative der Gadenbesitzer blieb dieser Restbereich erhalten. Nach jahrzehntelangen Bemühungen um den Erhalt der Kirchgaden wurde die Sanierung im Jahr 2003 abgeschlossen. Die Restaurierung der alten Wehrkirche selbst war im Jahre 2006 beendet.





 Die alte Kirche in Diebach, erbaut im 11. und 12. Jahrhundert
mit Gaden und altem Schulhaus, das der neuen Kirche weichen musste.


Die Freiherren "von Thüngen" zu Windheim und zum Sodenberg müssen schon sehr früh Besitz in Diebach gehabt haben, urkundlich bezeugt ist dies allerdings erst seit 1396.
Auch Würzburger geistliche Herren - namentlich das "Stift Haug" - nannten laut einer Urkunde des Jahres 1300 Güter und Rechte in Diebach ihr Eigen.
  • 1518 wurde auf Bitten der Diebacher und mit Zustimmung des Agapit von Hutten, Amtmann in Saaleck, den Bau und Betrieb einer neuen Badestube gestattet.
  • Im Jahre 1558 wütete in Diebach die Pest und forderte zahlreiche Todesopfer.
  • Das Thüngensche Gut in Windheim ging mit seinen Zugehörigen in Diebach durch Kaufvertrag im Jahre 1660 an das Juliusspital zum Heiligen Geist in Würzburg über.
  • Die steinerne Brücke stammt aus dem Jahre 1688 und wurde im 2. Weltkrieg teilweise zerstört und in den 70er Jahren erneuert.
Die noch vorhandene älteste Gemeinderechnung stammt aus dem Jahre 1781 und listet die Einnahmen, wie Brücken- und Wegezoll und Erlöse aus dem Verkauf von Gemeindeobst und Holzabfällen - und Ausgaben, zum Beispiel für Almosen, zur Besoldung von Beamten und Angestellten der Gemeinde und zur Finanzierung der gemeindlichen Bautätigkeiten - nach einem gewissen Plan geordnet auf. In der näheren Erläuterung zu den Einnahmeposten wird in der Rubrik “Nachbargeld von Fremd eingezogen” der Erlös aus dem Verkauf eines ledernen Eimers aufgeführt, den offenbar jeder Zugezogene erstehen musste. Auch auf einem losen Blatt, das vermutlich aus einem Gemeindeprotokoll stammt, wird ein solcher ”Letter Eymer” erwähnt, der zum Wasserschöpfen und Löschen im Brandfall gedient haben könnte. Der örtliche Brandschutz besaß also offensichlich schon sehr früh - auch wenn lediglich auf der Basis spontaner Nachbarschaftshilfe organisiert - einen hohen Stellenwert im Diebacher Gemeindeleben.

Die Zeit der Napoleonischen Eroberungsfeldzüge ging auch an Diebach nicht spurlos vorüber. So verlangte das Bischöfliche Ordinariat Fulda in einem Circulare des Jahres 1805 vom Schultheißen unter Eid zu erklären, die Ausübung seines Amtes auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung und die Durchsetzung der Anordnungen der französischen Armee zu beschränken.

Im Zuger der Neuordnung Europas wurde Hammelburg mit seinen Ortschaften am 2. Mai 1816 feierlich an die Krone Bayern übergeben.
  • 1836 wird Diebach als Pfarrdorf mit ca. 100 Häusern und 660 Einwohnern beschrieben. 
Im Deutschen Krieg von 1866 (ehemals Preußisch-Deutscher Krieg) reihten sich die Preußen ihre Kavallerieregimenter auf der Straße zwischen Hammelburg und Diebach wie zur Parade auf. Dann wurfen sie noch ein paar Granaten und die Bayerischen Reservekavallerie nahm reisaus.
Die Pferde der fliehende Bayerischen Reservekavallerie blieben teilweise im Sumpf des Diebacher Schilfes stecken. Ihr Gereral befahl von Diebach aus den Rückzug in Richtung Obereschenbach.
 

Weinbau

Der Abt Sturmius brachte die Reben ins Saalethal und pflanzte seine Reben am Sturmiusberg an. Dies belegt, dass im Saalethal der Weinbau in Diebach seine Wurzeln hat.

1834 schreibt man von gerühmten Diebacherwein von Südhang des Sturmiusberges.

Jahrhunderte lang gab es Weinbau am Sturmiusberg, wie auch aus der Historischen Karte von 1846 ersichtlich ist. Der Sturmiusberg war einst ein großer Weinberg bis hoch zur jetzigen Kapelle.

Drei Diebacher Weinlagen sind auf der Karte von 1846 eingezeichnet,
  • Südhang Sturmiusberg
  • Südhang Reesberg  
  • Römersberg an Grabenloch. 
In heutiger Zeit setzen nur noch wenige Hobbywinzer diese Tradition in Diebach fort.  
Und wo sind diese Weinberge? Natürlich am Südhang des Sturmiusberges!


Mühlräder - Nutzung damals und heute

Die Urkunde aus dem Jahre 817 (812?) bezeugt bereits die Existenz dreier Mühlen an der fränkischen Saale.


Historische Diebach Karte von 1846: BayernAtlas 

Die Karte von 1846 zeigt es, Diebach hatte nicht nur die drei Mühlräder wie im Wappen, sondern an Klingenbach und Saale waren in der Historische Karte von 1846 jeweils fünf Mühlräder eingezeichnet, wovon eine am Klingenbach eine Ölmühle war.


An der Saale befanden sich 1842 (Atlas von Bayern) drei Mahl- und zwei Ölmühlen.

Von den fünf Mühlen am Klingenbach ist heute keine einzige mehr erhalten. Nach einer 20-jährigen Pause laufen die Mühlräder der Rödermühle an der Saale wieder, jedoch um die Wasserkraft zur Stromerzeugung (~40kW) zu nutzen und nicht wie früher, das Getreide der Bauern zu mahlen. Seit 2001 unterstützt zusätzlich eine von Otmar Huppmann entwickelte Wasserschnecke die Mühlräder.


Das Fünfte eingezeichnete Rad in der Karte, auf der Höhe des heutigen Sägewerkes, war ein Schöpfrad. Es wurde zur Bewässerung der Äcker am Reuth verwendet und ist heute ebenfalls nicht mehr vorhanden.






Örtliche Gerichtsbarkeit

Auch das Gerichtswesen hat in Diebach seinen Sitz. Ein Zehnt- und Halsgericht soll von alters her in Diebach privilegiert gewesen sein, dessen älteste Richtstätte sich auf dem mit "Galgenberg" bezeichneten östlichen Ausläufer des Sturmiusberges befunden haben. Im Laufe des 16. Jhd. wurden jedoch schließlich Zehntort und Hochgericht nach Hammelburg verlegt.
Eine "Dorfgerichtsordnung" von Diebach ist datiert von 1621, stammt also aus der rechtsunsicheren Zeit des 30jährigen Krieges. Das Dorfgericht - ein Schultheiß und zwölf Schöffen - behandelte im Namen des Fürstabts von Fulda Verstöße gegen Hut- und Weiderecht, Vormundschaftssachen, Erb- und Besitzsachen im Thüngenschen Bereich. Fälle peinlicher Halsgerichtsbarkeit aber verblieben weiterhin dem Zehntgrafen von Hammelburg.
Eine "Marktgerechtigkeit" nach fuldischem Privileg, nach dem Diebach an drei festgesetzten Tagen des Jahres einen gefreiten Markt abhalten durfte, erhielt Diebach im Jahr 1686.

 

Schulleben in Diebach

Das erste Zeugnis Diebacher Schullebens ist uns mit der Verleihung des Nachbarschaftsrechts an den ersten urkundlich erwähnten Lehrer namens Lummel um 1700 überliefert. Das erste bekannte Schulhaus in Diebach - zwischen Pfarrhaus und Trips - wurde laut einer Inschrift im Firstbalken im Jahr 1710 erbaut. 
Januar 2012

Im Jahr 1818 schließlich wurde ein ehemaliges Bauernhaus (dem Pfarrhaus gegenüberliegend) zu einem Schulhaus umgebaut und später aufgestockt. Es wurde bis März 1961 als Schulhaus und Wohnhaus für den Lehrer benutzt, zuletzt als ”Große Schule” für die oberen Schulklassen. Die ”Kleine” oder “II. Schule”, erbaut 1889, war für die unteren Schulklassen bestimmt. Beide Schulen mussten jedoch 1971 abgerissen werden, da der Platz für den Kirchenneubau benötigt wurde.


 Dorfeinfahrt von Hammelburg mit "Großer Schule"
Eine dreiklassige Schule mit Turnsaal, Lehrküche und Werkraum wurde in den Jahren 1959 bis 1961 erbaut und im März 1961 bezogen.
Ab dem Schuljahr 1964/65 wurden die Klassen 7 und 8 der Gemeinden Diebach und Windheim zum “Schulverband Diebach” zusammengefasst, ab 1966 wurden dem Schulverband, der die Bezeichnung ”katholische Bekenntnisschule Diebach” erhielt, noch die Gemeinden Morlesau, Völkersleier und Wartmannsroth angegliedert. Der große Schulverband, bezeichnet mit ”Öffentliche Volksschule (Verbandsschule) Diebach”, der für die Schuljahrgänge 1 mit 9 das Gebiet der Gemeinden Diebach, Morlesau und Windheim, hinsichtlich der Jahrgänge 5 - 9 (Hauptschule) die Gemeinden Dittlofsroda, Schwärzelbach, Völkersleier, Waizenbach und Wartmannsroth umfasste, wurde im Schuljahr 1969/70 realisiert. Den Kindern wurde also durch die bessere Schulgliederung, die intensive und persönliche Unterrichtung, durch Kurs- und Fachunterricht die Möglichkeit gegeben aufgrund ihrer qualifizierenden Ausbildung Lehrstellen mit erhöhten Anforderungen zu erhalten. Nichtsdestotrotz werden ab 1972/73 - bedingt durch die Gebietsreform - die Schüler der 8. und 9. Klasse des gesamten Verbandes in Hammelburg unterrichtet.
Seit dem Schuljahr 1981/82 besteht die Verbandschule noch aus der vierklassigen Grundschule und aus den 5. und 6. Klassen der Hauptschule. Die Schüler der 7., 8. und 9. Klassen besuchen die Schule in Hammelburg.
Nachdem an der Diebacher Schule im Laufe der Zeit umfangreichere Sanierungsarbeiten notwendig geworden waren, erhielt das Schulgebäude im Jahr 1985 ein neues Ziegeldach. Die Erneuerung der Heizung wurde 1986, die Restaurierung der Außenfassade 1987 vorgenommen. Im Jahr 1988 schließlich wurde ein neuer Pausenhof angelegt.
Da schließlich 1990 eine Veränderung des Schulsprengels ins Auge gefasst worden war und der Unterricht in der Diebacher Schule in teilweise unzumutbaren räumlichen Verhältnissen erteilt werden musste, stand der Hammelburger Stadtrat vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Schließung der Diebacher Schule oder bauliche Erweiterung des Schulgebäudes. Obwohl schließlich im Jahr 1991 seitens der Stadt das Versprechen zum Erhalt der Schule gemacht wurde, dauerte es letzten Endes bis zum Oktober 1997 ehe mit den ersten Arbeiten zum Schulanbau begonnen werden konnte. Nach fast einjähriger Bauzeit konnte der neue Gebäudetrakt mit Werkraum, teilbarem Mehrzweckraum, Toiletten und einem behindertengerechten Aufzug am 30.Oktober 1998 feierlich eingeweiht und der Unterrichtung der Schulkinder aus den umliegenden Gemeinden zur Verfügung gestellt werden.

 

Die Weltkriege und ihre Folgen für die Gemeinde

Am 30.7.1914 brach der I. Weltkrieg aus. In vierjährigem Kriegseinsatz nahmen aus Diebach 138 Mann teil, von denen 15 ihr Leben ließen. Die Gemeinde gedachte dieser Toten durch Errichtung eines Denkmals, geschaffen vom Bildhauer Kilian Scherpf, im Jahre 1930 an der Windheimer Straße. Es stellt St. Georg, den Drachentöter, dar und trägt auf der Vorderseite die Namen der Gefallenen, während an der Seite die Namen aller Kriegsteilnehmer zu lesen sind.



 Einweihung des Kriegerdenkmals 1930 am Ortsausgang Richtung Windheim


Der II. Weltkrieg vom 1.9.1939 bis 8.5.1945 hinterließ auch in der Gemeinde Diebach große Lücken. So starben im Feld und noch in der Heimat an Kriegsleiden 34 Diebacher und 14 werden noch vermisst. Die Gemeinde ließ im Andenken an die Toten im Jahr 1964 das Kriegerdenkmal durch den Bildhauer Siegfried Herterich aus Westheim erweitern.
Zu Beginn des Jahres 1946 trafen viele Heimatvertriebene aus dem ehemaligen Sudetenland sowie Ungarn und Schlesien ein, denen von der Diebacher Bevölkerung nur unter großen Entbehrungen Unterkunft gegeben werden konnte. Die meisten mussten jedoch wieder in Industriegebiete abwandern, da in der näheren Umgebung kaum Arbeitsmöglichkeiten vorhanden waren.

 

Die Gemeinde Diebach in der Nachkriegszeit

In der weiteren Nachkriegszeit hat die Gemeinde viele Pflichtaufgaben erfüllt. So wurden - um nur die wichtigsten baulichen Maßnahmen zu nennen - in den Jahren 1949/50 ein Kindergarten erbaut, 1953-55 die Wasserleitung verlegt, 1957 die Kanalisation der Hauptstraße und 1961-70 schrittweise die Ausweisung und Erschließung von Baugebieten am Reesberg und ab 1971 am Stadtweg durchgeführt, 1963 der Ortsverbindungsweg nach Morlesau und 1965 der nach Windheim fertiggestellt und 1971/72 die gegen Ende des II. Weltkrieges vor den anrückenden Alliierten gesprengte Saalebrücke instandgesetzt.
 

 Festzug zur Einweihung der Wasserleitung und zum 80-jährigen Gründungsfest 
der Freiwilligen Feuerwehr Diebach


In dem seit alters her rein agrarisch geprägtes Dorf besaßen die ortsansässigen Diebacher Bauern - begünstigt durch die traditionelle fränkische Realteilung - viele kleine und teilweise weit verstreute Äcker. Die so entstandene Parzellierung der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die eine profitable Bestellung der Felder weitestgehend verhinderte, wurde jedoch schließlich durch die in den Jahren zwischen 1965 und 1971 vollzogene Flurbereinigung beseitigt. Mit Hilfe dieser konnte den Landwirten durch die Zusammenlegung zahlreicher kleiner Flächen zu wenigen großen und ein weit angelegtes Wegenetz die maschinelle Bearbeitung der Felder ermöglicht werden. Jedoch auch diese Maßnahmen konnte die voranschreitende Strukturveränderung in den ländlichen Gebieten nicht aufhalten, so dass fast alle Landwirte in Diebach einer Beschäftigung nachgehen, um so ihren Lebensunterhalt zu sichern, und die Landwirtschaft heute zum größten Teil nur noch im Nebenerwerb betrieben wird.
Umbruch und Neuerungen machten aber auch auf kommunalpolitischer Ebene vor Diebach nicht Halt. So stand schon im Jahr 1969 in vielen Gemeinderatssitzungen die mögliche Integration der Gemeinde Diebach in einen größeren Gemeindeverband - entweder die Eingliederung in die Stadt Hammelburg oder der Zusammenschluss der um Wartmannsroth gelegenen Ortschaften - zur Diskussion. In einer Abstimmung am 21. März 1971 endlich entschied sich die Mehrzahl der wahlberechtigten Diebacher Bürger für die Eingliederung nach Hammelburg zum 1.1.1972, die der Gemeinde zwar einen finanziellen Vorteil verschaffen sollte, aber ebenso den Verlust der politischen Eigenständigkeit Diebachs zur Folge hatte.

 

Kirchliche Bauaktivitäten

Ein bedeutsamer Tag für Diebach war zweifelsohne der 11.März 1973. An diesem Sonntag konsekrierte der Hochw. Herr Diözesanbischof Dr. Josef Stangl die neue Pfarrkirche St. Georg, deren Bau nach langjährigen Planungen am 15.Juni 1971 begonnen und mit der Weihe am 11.03.1973 abgeschlossen wurde. Dieser Festtag erfüllte die ganze Pfarrgemeinde mit dem Ortspfarrer, Hochw. Herrn Pfarrer Scharbert, mit großer Freude und Dankbarkeit.
In der Folgezeit konzentrierten sich die baulichen Aktivitäten im kirchlichen Bereich auf das Friedhofsgelände, da durch das unaufhaltsame Anwachsen der Gemeinde in absehbarer Zeit mit zunehmendem Platzmangel zu rechnen war. Daher wurde zuerst eine Aussegnungshalle direkt neben dem Friedhof erbaut, die dem Wunsch des großzügigen Spenders Josef Bott entsprechend den Namen ”St. Josef” erhielt. Die Segnung der neuen Leichenhalle wurde am Allerheiligentag 1974 vorgenommen. Im Jahre 1974 schließlich wurde die Vergrößerung des Friedhofes auf ein Gelände, das hierfür bereits im Rahmen der Flurbereinigung zugeteilt worden war, in Angriff genommen. Den Abschluss der Erweiterung bildete die Verlegung des Friedhofkreuzes und der zwei Priestergrabdenkmäler in den erweiterten Friedhofsteil im Herbst 1987.
Im Januar 1982 begann die Renovierung des Pfarrhauses, dessen Wohnqualität den heutigen Anforderungen längst nicht mehr genügte. Nach langen kontroversen Diskussionen entschloss man sich dazu den Großteil der Bausubstanz des im Jahre 1794 errichteten Fachwerkbaus aus Gründen der Denkmalpflege zu erhalten. So wurde das Gebäude lediglich entkernt und im Innern mit neuen Trennwänden versehen. Zum Anlass der feierlichen Einweihung des Pfarrhauses zollte man den Diebachern, die mit großer Initiative und unermüdlicher Einsatzbereitschaft 4250 freiwillige Arbeitsstunden geleistet hatten, von allen Seiten großes Lob.





 Luftaufnahme aus den achtziger Jahren


Als sich auch eine Renovierung des Kirchturms der alten Wehrkirche als dringend notwendig erwies, wurden im Herbst 1986 unverzüglich die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet. Dabei wurde nicht nur das Dach neu mit Schiefer gedeckt und das brüchige Mauerwerk verbandelt, sondern auch ein elektronisch gesteuertes Läutwerk eingebaut und ein Zifferblatt an der Nordseite des Turmes angebracht. Im Juni 1987 erstrahlte Diebachs Kirchturm, der zu den ältesten im Landkreis zählt, in neuem Glanz.

 

Bauliche Veränderungen im Ortsteil

In den Jahren 1976/77 konnte, nachdem das Landesamt für Denkmalpflege nach zähem Ringen letztendlich die Abbruchgenehmigung für einen Teil der denkmalgeschützten Gaden erteilt hatte, der Ausbau der Staatsstraße 2293 zwischen Hammelburg und Diebach vorangetrieben werden.
Im Anschluss wurde die Altortkanalisation vorgenommen, im Zuge derer knapp 4000 m Kanalleitung und ein Verbindungssammler nach Hammelburg verlegt wurden. Diese Baumaßnahme schlug mit insgesamt 3,7 Millionen DM zu Buche. In Verbindung mit dem Kanalbau konnte zusätzlich die Auffüllung des Fest- und Trainingsplatzes durchgeführt werden, deren Kosten in Höhe von 30 000 DM von den örtlichen Gemeinschaften erbracht werden mussten.
Ab Anfang 1992 wurde mit der Erschließung des Baugebietes II am Sturmiusberges die Erweiterung des Diebacher Ortsgebietes fortgesetzt. Mit dem Anlegen einer neuen Straßenzeile konnten insgesamt 68 zusätzliche Bauplätze gewonnen werden, von denen bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits knapp die Hälfte bebaut worden sind.

 

Diebacher Vereinsleben

Auch die Diebacher Ortsvereine blieben in der jüngsten Vergangenheit nicht untätig.

 Festzug Dorfmitte - Fahnenweihe Feuerwehr Diebach 1951

So konnte vom Sportclub Frankonia 1921 Diebach e.V. mit dem Anlegen eines neuen Sportplatzes am Reutweg und gleichzeitig mit dem Bau eines Sportheimes ein lange gehegter Wunsch verwirklicht werden. Im Sommer 1975 wurde der neue Sportplatz seiner Bestimmung übergeben und Mitte des Jahres 1977 das fertiggestellte Sportheim in Betrieb genommen. Das Anlegen eines Kinderspielplatzes ermöglichte die Jagdgenossenschaft Diebach, während auf dem alten Sportplatz am Galgenberg, der als Ausweichplatz dient, ein Massivbau zum Schutz vor Wind und Kälte errichtet wurde.
Da die sanitären Einrichtungen und räumlichen Verhältnisse des Sportheims den im Laufe der Zeit gewachsenen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden konnten, wurde vom Vereinsvorsitz alsbald die Errichtung eines Erweiterungsbaus ins Auge gefasst. Nachdem die Arbeiten hierfür im Jahr 1997 aufgenommen worden waren, konnten schon im Sommer 1999 die neuen Umkleiden und der großzügig konzipierte Schankraum für die Ausrichtung der SC - Heimspiele genutzt werden. Ab Mai 2000 standen dann die neuen Toilettenanlagen den zahlreichen Besuchern der Diebacher Vereinsfeste zur Verfügung.
Ohne Zweifel bereichert wurde das Diebacher Vereinsleben mit der Gründung des Musikvereins "Blaskapelle Diebach" e.V. am 29.12.1978. Die bereits seit 1809 bestehende Tradition des gemeinsamen Musizierens in Diebach bildete bei unzähligen Anlässen im dörflichen Leben, sei es im Kirchenjahr, auf Bittprozessionen und Wallfahrten oder bei sonstigen Ereignissen wie festlichen Einweihungen, Hochzeiten, Kirchweihfesten und Faschingsveranstaltungen einen angemessenen und würdigen Rahmen und tut dies bis heute.
Schon zu Beginn der 90er Jahre spielte man im Vorstand des Musikvereins mit dem Gedanken, einen eigenen Proberaum einzurichten, um endlich der ständigen Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, wie der Turnhalle der Volksschule oder dem Pfarrsaal, ein Ende zu bereiten. Schließlich sagte die Stadt Hammelburg 1991 die Förderung dieses Vorhabens zu und dokumentierte ihre Hilfsbereitschaft mit dem Kauf der ehemaligen Raiffeisenlagerhalle am Ortsausgang Richtung Morlesau. Bis aber am 20.Oktober 1997 das von Grund auf renovierte Gebäude, jetzt ein Schmuckstück im Diebacher Ortsbild, feierlich eingeweiht werden konnte, mussten von freiwilligen Helfern innerhalb von knapp 4 Jahren rund 7700 unbezahlte Arbeitsstunden erbracht werden; eine Leistung, die kaum hoch genug eingeschätzt werden kann.
Wie alle bis zu diesem Zeitpunkt in Diebach bestehenden Vereine - der SC Frankonia 1921 Diebach e. V., die Freiwillige Feuerwehr Diebach e. V., der Gesangverein, der St.-Georg-Verein und der Burschenverein - kam auch der Musikverein im Jahr 1981 der Einladung des damaligen 3. Bürgermeisters und Stadtrats Edgar Warmuth zur Gründungsversammlung des ”Vereinsringes” nach. Bestehend aus den Vorsitzenden der örtlichen Vereine und deren Stellvertreter und bis 1995 unter dem Vorsitz von Herrn Warmuth hat der Vereinsring Diebach bei allen Herausforderungen, die ein solidarisches Handeln der Ortsvereine verlangten, die von Anfang an in ihn gesetzten Hoffnungen mehr als erfüllt. So konnte im Jahr 1985 nach langen Planungen und endlosen Sitzungen der Verantwortlichen der Diebacher Vereine in einer Gemeinschaftsleistung mit einem Kostenaufwand von 35000 DM der Zeltanbau am Sportheim erstellt werden, ein Werk das viele gelungene Feste und Veranstaltungen jeder Art rechtfertigten.


Errichtung des Spielplatzes am Alfred-Vogt-Platz
von links: Robert Franz, Alfred Scherpf, Linus Kohlhepp, Karl Hart, Edgar Warmuth, 
Siegfried Warmuth, Eberhard Gensler, Engelbert Warmuth, Josef Fischer, 
Werner Brandenstein

Da der in den Jahren 1949/50 erbaute Kindergarten längst nicht mehr den Anforderungen der modernen Pädagogik genügte, wurde im Sommer 1980 seitens der Stadt Hammelburg mit einer gründlichen Renovierung des bestehenden Gebäudes begonnen. Nach der Einweihung am 24. Mai 1981 konnten die Vorschulkinder in die neuen Räume, die der Erziehung und Bildung dienen, einziehen. 
Aufgrund des raschen Bevölkerungswachstums im Stadtteil wurde im Jahr 1995 die Einrichtung einer 3. Gruppe im Diebacher Kindergarten notwendig. Um diese Sonderregelung zu erhalten, musste eine baldige Erweiterung des Kindergartengebäudes zugesagt werden, der allerdings das Hammelburger Stadtparlament wegen finanzieller Engpässe zwischenzeitlich eher skeptisch gegenüberstand. Jedoch gelang es den Eltern der betroffenen Kinder und den Verantwortlichen des St. - Georg - Vereins im Juli 1999 durch die Zusicherung erheblicher Eigenleistungen die Zustimmung des Stadtrates zum Umbauprojekt zu erreichen. Auf diese Weise konnten die Diebacher gegenüber dem Kostenvoranschlag rund 100 000 DM einsparen und so den Diebacher Kindern die nötigen Kindergartenplätze sichern.




 Der Diebacher Kindergarten im April 2010

2013 wurde der Kindergarten den sich wandelnden Gesellschaft erneut angepasst. Es wurde nicht nur eine Kinderkrippe im Kindergarten abgetrennt. Das komplette Gebäude erhielt eine Grundsanierung. Ein neuer Gartenbereich für die Kleinkinder rundete die Maßnahme ab.
Aufgrund der mangelnden Jugendarbeit der Stadt Hammelburg im Ortsteil wurde Ende des Jahres 1990 von einigen Diebacher Jugendlichen der "Diebacher-Barett-Club" aus der Taufe gehoben. Ein provisorisches Domizil fand man zunächst in einem ausrangierten Bauwagen, der auf dem Gelände der einstigen Schäfereigenossenschaft aufgestellt und zu einem Jugendtreff umgebaut wurde. Dessen Platz konnte ab Anfang 1993 eine von den Jugendlichen errichtete Holzbude einnehmen, worauf die Vereinigung ihren endgültigen Namen ”Baubude Diebach” erhielt. Für eine stärkere Kooperation mit dem seit 1961 bestehenden “Burschenverein Diebach” entschied man sich Anfang 1996, nachdem man regen Zuspruch seitens der Jugend des Stadteils für die junge Gemeinschaft verzeichnen konnte. Noch im selben Jahr fand diese Zusammenarbeit durch die gemeinsam organisierte Radltour nach Himmelstadt einen ersten Höhepunkt. Neben solchen gemeinsamen Aktionen gehören das Igelfest und die Beachparty, die unter den Jugendlichen des Umlandes längst kein Geheimtipp mehr ist, zu den alljährlichen Veranstaltungen der mittlerweile in die Liste der eingetragenen Vereine aufgenommenen "Baubude".
Nach mehreren gescheiterten Versuchen konnte am 21. November 1991 mit der Gründung des "Vereins für Gartenbau und Heimatpflege" eine zwischenzeitlich unterbrochene Tradition in Diebach fortgeführt werden. Seit seinem Bestehen hat der Verein durch zahlreiche Aktionen wie Baumpflanzungen, Obstbaum - und Heckenschnitten und die Restaurierung von Flurdenkmälern wesentlich zur Verschönerung des Diebacher Ortsbildes beigetragen.
Dieses Ziel verfolgte der Gartenbauverein auch mit der Errichtung eines Dorfbrunnens auf einem eigens angelegten Areal am Klingenbach. Am 20. Juli wurde in gewohnter Festlichkeit die Segnung des Geländes vollzogen, das zum Andenken an den ehemaligen Ortsbeauftragten und Stadtrat den Namen "Herbert-Eberlein-Platz" erhielt. Für viele Diebacher gilt der mit einer Blumenwiese begrünte Platz in der Dorfmitte als Ort der Ruhe und Erholung inmitten des regen dörflichen Treibens.
Den 100. Geburtstag der Sturmiuskapelle konnten die Diebacher am 24. Mai 1992 im Rahmen eines Dankgottesdienstes und eines anschließenden Festes begehen. An der im Jahre 1892 auf dem Gipfel des Sturmiusberges, der einen herrlichen Blick auf Diebach und das dahinterliegende Saaletal bietet, erbauten Kapelle waren schon 1977 Renovierungsarbeiten durchgeführt worden. Unter Federführung des Vereinsringes endlich wurde 1991 auch das mächtige Steinkreuz auf dem Vorplatz restauriert und der Korpus vergoldet. Die Marienkapelle, deren Herzstück eine Lourdesgrotte bildet, gilt nicht nur bei den Einwohnern Diebachs als beliebter Treffpunkt für Spaziergänger an warmen Frühlings- und Sommertagen.

 

Vereinsringanbau

Der kirchliche Segen konnte am 11.Juni 1996 dem im April 1994 begonnenen und im Mai 1996 abgeschlossenen Erweiterungsbau des Vereinsringes am Diebacher Sportheim erteilt werden. Der durch Eigenmittel, Spenden und Zuschüsse finanzierte und nur durch den unermüdlichen und unentgeltlichen Einsatz vieler freiwilliger Helfer möglich gewordene Bau beherbergt neben einer großen Küche zusätzlich bequeme Ausschankmöglichkeiten. Notwendig geworden war der erste Abschnitt der Sportheimerweiterung, der den heutigen hygienischen Standards genügt, durch den vermehrten Platzbedarf der Ortsvereine bei der Durchführung ihrer alljährlichen Vereinsfeste.

 

Dorfplatz "Schafferswiese"

Nachdem mit dem Scheunenabriss der ehemaligen Schäfereigenossenschaft und dem Baubeginn des Musikerheimes bereits erste Schritte unternommen waren, wurde in Diebach im Jahr 1995 der Ruf nach einem Dorfplatz immer lauter. Einmal mehr jedoch mussten die Diebacher Vereine, da seitens der Stadt Hammelburg keine finanzielle Unterstützung für das Vorhaben zu erwarten war, die Eigeninitiative ergreifen. So konnten durch die Arbeit von Freiwilligen im Sommer 1997 schon 14 Kfz-Stellplätze neben dem Areal der ehemaligen Schäfereigenossenschaft, das von der Stadt Hammelburg erworben und vom Stadtrat für Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung gestellt wurde, ihrer Bestimmung übergeben werden. Gegen Anfang des Jahres 1999 endlich konnte der Spatenstich zum Bau des neuen Jugendheimes auf dem Gelände des zukünftigen Dorfplatzes vorgenommen werden. Die Planung für das Gebäude, das bis Mitte 2000 bezugsfertig sein soll, sieht neben einem Gemeinschaftsraum für die älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch Räumlichkeiten für die jüngeren Diebacher und zudem Toiletten für die künftigen Besucher vor. Mit der Schaffung eines Massivbaus wird dann der bisherige Treffpunkt der Diebacher Jugend, die hölzerne Baubude, ausgedient haben und auch die Jüngeren werden ein neues Domizil gefunden haben. Es bleibt also nur zu wünschen, dass die ehrgeizigen Pläne, eine Mittelpunkt für das dörfliche Leben zu schaffen, nicht an finanziellen Hürden scheitern. An Einsatzbereitschaft und Idealismus jedenfalls hat es in Diebach bis heute noch nicht gemangelt.



Die neue Baubude 2000


An dieser Stelle sei zum Abschluss noch auf die jüngsten Entwicklungen im stets anwachsenden größten Stadtteil Hammelburgs eingegangen. Stolze 1142 Personen mit Haupt - und 55 weitere mit Nebenwohnung in Diebach konnte die Gemeinde zum 31. Dezember 1999 zu ihrer Einwohnerschaft rechnen; eine Zahl, die sich mit der Erschließung eines Baugebietes am ”Obertor”, die sich zur Zeit noch im Planungsstadium befindet, sicherlich in naher Zukunft noch erhöhen wird.

Quelle: Diese Chronik stammt ursprünglich aus der Festschrift der Freiw. Feuerwehr Diebach wurde aber erweitert.


Das Diebacher Gemeindewappen

Wie viele Ortschaften der Umgebung hat auch Diebach sein eigenes Ortswappen. Sein Aussehen dürfte wohl vielen bekannt sein. Natürlich gibt es auch eine offizielle Beschreibung des Wappens, die da lautet:

“Gespalten von Rot und Silber, vorne auf silbernen Berg ein goldener senkrechter Abtsstab, hinten übereinander drei rote Mühlräder.”

Die Verwendung der Farben “Weiß” für “Silber” und “Gelb” für “Gold” ist heraldisch keine Abweichung der offiziellen Wappenbeschreibung. Bei “Rot” ist das sogenannte “Fränkische Rot” anzunehmen. Das Diebacher Gemeindewappen wurde erst in der Nachkriegszeit entworfen. Die Farben Rot und Silber leiten sich aus dem Fränkischen Wappen ab, dem allseits bekannten “Fränkischen Rechen” mit seinen drei silbernen Spitzen. Der Abtsstab auf silbernen Berg symbolisiert den Sturmiusberg, benannt dem Fuldischen Abt Sturmius. Früher war der Rücken des Sturmiusbergs ein einziger Weingarten, heute erstreckt sich dort ein ausgedehntes Wohngebiet.

Die in der hinteren Hälfte stehenden drei Mühlräder erinnern an das für Diebach charakteristische Mühlengewerbe. Schon 812 wurde in einer Urkunde drei Mühlen in Diebach erwähnt. Nach einer 20-jährigen Pause laufen die Mühlräder der Rödermühle wieder, jedoch um die Wasserkraft zur Stromerzeugung
(~40kW) zu nutzen und nicht wie früher, das Getreide der Bauern zu mahlen.




Die Entwicklung des Dorfnamens

Vergleicht man die Aussprache des Dorfnahmen bis zum 15. Jahrhundert, so ähnelt sich die Aussprache in den Epochen. Es liegt der Schluß nahe, dass die überlieferte Schreibweise des Pfarrdorfs stark abhängig vom Schreibenden war
Seit Mitte des 19. Jahrhundert hat sich die Schreibweise nun nicht mehr verändert.