Von den Anfängen bis zur Moderne
- Eine Zeitreise durch die Geschichte Diebachs
Wirtschaft, Kultur & Gemeinschaft
- Geografische Lage und frühe Besiedlung
- Frühmittelalter, Ersterwähnung und Entstehung der Wehrkirche
- Herrschaftsverhältnisse, Seuchen, Kriege und der Weg ins Königreich Bayern
- Der Diebacher Weinbau – Von Abt Sturmius bis heute
- Mühlenwesen und Wasserkraft
- Dorfgerichtsordnung
- Die Entwicklung des Diebacher Schulwesens
- Die Weltkriege und die Nachkriegszeit
- Wiederaufbau, Flurbereinigung und die Eingemeindung nach Hammelburg
- Kirchliches Leben, Friedhofsausbau und Denkmalpflege
- Kanalisation, Verkehrswege und neues Bauland: Diebach wächst
- Vereinsleben, Ehrenamt und Dorfgemeinschaft seit den 1970er-Jahren
- Vereinsringanbau
- Vom Schäfereigelände zum neuen Dorfmittelpunkt (1995–2000)
- Das Diebacher Gemeindewappen
- Die Namensentwicklung von „Thyfbach“ bis „Diebach“
- Wikipedia: Diebach (Hammelburg)
- Kirchenführer der Pfarreiengemeinschaft "Am Sturmiusberg"
- Wikipedia: St.-Georgs-Kirche (Diebach)
- Die Passions-Säule bei Diebach
- Wehrkirche, Pfarrei Diebach und Bildstöcke
- Baudenkmäler
- Geschichte der FFW Diebach (und weitere Geschichten)
- Festschriften bei worldcat.org (leider nicht online verfügbar, aber ausleihbar in der Universitätsbibliothek Würzburg)
Lebenserinnerungen Diebacher Bürger:
- Alois Schneider (2009): Alles hat seine Zeit - Auf Wanderschaft durch 80 Lebensjahre
Historisches über Diebach:
- Karte von 1846: BayernAtlas
- DenkmalAtlas
- Historische Entwicklung: Bavarikon
- Chronik der Kriegsereignisse in der Stadt Hammelburg 1866
Selber stöbern:
- auf degruyter.com
Von den Anfängen bis zur Moderne
Eine Zeitreise durch die Geschichte Diebachs:
Steinzeit
- Jungsteinzeit
ca. 5000 v. Chr.
Bei Renovierungarbeiten an der alten Wehrkirche und an der Ostseite des Sturmiusberges wurde Linearbandkeramik gefunden, welche die Besiedelung Diebachs schon um 5000 v. Chr. nachweist.
"Die (Linear)Bandkeramik gilt als die erste echte Bauernkultur Mitteleuropas. Ihre Angehörigen brachten erstmals Ackerbau, Viehzucht, feste Holzhäuser (Langhäuser) und das Töpfern von Keramik (die mit charakteristischen eingeritzten Bandmustern verziert war) nach Mitteleuropa und auch über den Main an die Fränkische Saale."
Echtes Siedlungskontinuum im Saaletal. Die im Volksmund als „Hünengräber“ bezeichneten Hügelgräber auf den Anhöhen zwischen Diebach und Waizenbach belegen die Bestattungskultur der keltisch geprägten hallstattzeitlichen Bevölkerung.
- La-Tène-Zeit (Blütezeit der keltischen Kultur)
ca. 450–15 v. Chr.
Keltische Gruppen siedeln in den fruchtbaren Saaleauen und nutzen die Hänge zur Viehhaltung. Archäologische Lesefunde (Scherben, Werkzeuge) im Landkreis Bad Kissingen sichern diese Phase ab.
- Römische Kaiserzeit & Germania Magna
1.–4. Jh. n. Chr.
Ein reger Handel – vermutlich mit dem römischen Legionslager Marktbreit am Main – ist durch Funde römischer Münzen und Keramikfragmente im Raum Bad Kissingen, Hammelburg und Bad Neustadt belegt.
Das Tal der Fränkischen Saale bildete eine Pufferzone zwischen den Limes-Truppen und den germanischen Stämmen im Binnenland der Germania Magna.
- Fränkische Landnahme & Ortsgründung
6.–8. Jh.
Fränkische Siedler stoßen ins Saaletal vor und gründen dauerhafte Gehöfte. Die Endung „-bach“ im Ortsnamen Thiobach weist typischerweise auf eine fränkische Gründungsphase hin.
Mittelalter
- Erste Diebacher Weinberge
um 750–777
Abt Sturmius (Gründerabt von Fulda) bringt den Weinbau in das Saaletal. Die Sturmiusberghänge bei Diebach werden als erstes kultiviert.
- Erste schriftliche Erwähnung
07. Januar 777
Karl der Große schenkt das königliche Gut Hammelburg samt Umlandsiedlungen und Weinbergen – darunter der Saaleort Thiobach – an das Kloster Fulda.
- Erste Erwähnung der Diebacher Mühlen
um 811
Erstmals werden urkundlich drei Mühlen an der Fränkischen Saale in Diebach erwähnt (u. a. Vorläufer der bekannten Rödermühle).
- Pfarrdorfum 900
In einem Bestandsbrief des Klosters Fulda als sein Besitz in Diebach des Weiteren 20 Güter mit 10 Hörigen - 30 freie Ackerbauern - 60 abgabepflichtige Hofsassen und 25 zinspflichtige Knechte genannt. Rechnet man hierzu noch die Familienangehörigen, so ist ersichtlich, dass Diebach schon im 10. Jhd. ein recht ansehnlicher Ort war.
- Bau der Kirche St. Georg
um 1230–1270
Errichtung der romanischen Saalkirche. Der Chorturm und Teile der Grundmauern bilden bis heute das Fundament der Pfarrkirche St. Georg.
- Thüngensche Herrschaft
1396 – 1660
Ab dem 14. Jahrhundert geriet das Kloster Fulda in finanzielle Bedrängnis. Um Geld zu beschaffen, verpfändete der Abt von Fulda Teile seines Besitzes und seiner Rechte im Saaletal an Adelsfamilien.
Die Freiherren von Thüngen (Linie Sodenberg/Windheim) erwerben umfangreiche Grund- und Gerichtsrechte in Diebach und prägen den Ort über Jahrhunderte.
Diebach gehörte zwar territorial und landesherrlich weiterhin zum Hochstift/Kloster Fulda, aber die Grundherrschaft (die Höfe, Ländereien, Abgaben und die niedere Gerichtsbarkeit) lag in den Händen der Herren von Thüngen.
- Zentgericht Saaleck
14. Jahrhundert
Diebach stellte ab dem Spätmittelalter einen der 12 Zentschöffen des Zentgerichts Saaleck in Hammelburg.
Die Zent Saaleck (auch Zent Hammelburg) war ein mittelalterlicher Gerichts- und Verwaltungsbezirk des Hochstifts Fulda. Das Zentgericht bestand aus dem Zentgrafen und 12 geschworenen Schöffen, die aus den umliegenden Dörfern des Gerichtsbezirks (wie Diebach, Fuchsstadt, Westheim, Elfershausen oder Obererthal) entsandt wurden. Die Schöffen vertraten ihre Heimatgemeinden bei der Urteilsfindung im Hochgericht (Blutgerichtsbarkeit).
Neuzeit
- Dorf-Badestube
1518
Dass Diebach schon früh ein lebendiger Ort mit eigenem Gewerbe war, zeigt ein Dokument aus dem Jahr 1518: Mit Zustimmung des Amtmanns Agapit von Hutten auf Burg Saaleck wurde den Diebachern die Errichtung und der Betrieb einer eigenen Dorf-Badestube gestattet.
- Die Pest
1558 - Ausbau zur Kirchburg
16. / 17. Jahrhundert
In Diebach wütete die Pest im Jahr 1558 besonders schwer und forderte zahlreiche Todesopfer. Darüber hinaus brachten die Truppenbewegungen im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) – vor allem in den 1630er Jahren – erneut epidemische Ausbrüche wie die Pest und das Fleckfieber in die gesamte Region rund um Hammelburg.
Zum Schutz der Bevölkerung vor Raubzügen (u. a. im Dreißigjährigen Krieg) entsteht die Wehrkirche: Die Kirche wird mit einem doppelten Gadenkranz (zweigeschossige Vorratsspeicher) umgeben.
- Kauf durch das Juliusspital
1660
Das Würzburger Juliusspital kauft das Thüngensche Gut Windheim mit seinen Zugehörigen in Diebach und wird für die folgenden Jahrhunderte zum bedeutendsten Grundherrn und Landwirtschaftsbetrieb im Ort.
Die Souveränität und Landesherrschaft verblieb jedoch weiterhin beim Fürstbistum/Kloster Fulda! Diebach war also nach wie vor fuldisch.
- Verleihung des Marktrechts
1686
Diebach ist im wirtschaftlichen Aufschwung.
Fürstbischof von Guttenberg verleiht Diebach das Recht, drei Jahrmärkte abzuhalten. Aufgrund heftigen Protests der Nachbarstadt Hammelburg schwindet das Privileg im 18. Jahrhundert jedoch wieder.
- Bau der Steinernen Saalebrücke
1688
Unter dem Würzburger Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg errichten die Diebacher eine repräsentative, fünfjochige Bogenbrücke aus Sandstein über die Fränkische Saale.
Moderne
- Übergang an das Königreich Bayern
2. Mai 1816
Das endgültige Ende der Fuldaer Herrschaft. Nach den Napoleonischen Kriegen und der Auflösung des Hochstifts Fulda fällt Diebach zusammen mit Hammelburg an die Krone Bayerns.
- Pfarrdorf1836
Diebach war ein Pfarrdorf mit ca. 100 Häusern und 660 Einwohnern. Weitere lokale Einzelheiten auf sind auf der Historische Karte von 1846 zu sehen.
- Deutscher Krieg
1866
Die Preußen reihten ihre Kavallerieregimenter auf der Straße zwischen Hammelburg und Diebach wie zur Parade auf. Dann wurfen sie noch ein paar Granaten und die Bayerischen Reservekavallerie nahm reis aus.
Die Pferde der fliehende Bayerischen Reservekavallerie blieben teilweise im Sumpf des Diebacher Schilfes stecken. Ihr General befahl von Diebach aus den Rückzug in Richtung Obereschenbach.
- Eisenbahnanschluss (Saaletalbahn)
1884
Eröffnung der Bahnstrecke Gemünden–Hammelburg. Diebach erhält einen eigenen Haltepunkt, was die Anbindung des Saaledorfes stark verbessert.
- Sturmiuskapelle
1892
Errichtung der Sturmiuskapelle auf dem Sturmiusberg.
- Pfarrdorf
1925
Diebach zählt weiterhin als ein Pfarrdorf mit 607 Einwohnern.
- Kriegerdenkmal 1. Weltkrieg
1930
Die Gemeinde gedachte den Toten des 1. Weltkriegs mit der Errichtung eines Kriegerdenkmals, geschaffen vom Bildhauer Kilian Scherpf an der Windheimer Straße. Es stellt St. Georg, den Drachentöter, dar und trägt auf der Vorderseite die Namen der Gefallenen, während an der Seite die Namen aller Kriegsteilnehmer zu lesen sind.
- Kriegsende 2. Weltkrieg & BrückensprengungApril 1945
Kurz vor dem Einmarsch der US-Truppen wird die historische steinerne Saalebrücke teilweise gesprengt. Sie wird in der Nachkriegszeit 1971/72 wiederaufgebaut, leider nicht originalgetreu.
- Ankunft Heimatvertriebene
1946
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das landwirtschaftlich geprägte Diebach ab 1946 zahlreiche Heimatvertriebene vor allem aus dem Sudetenland und Schlesien auf, von denen viele aus Mangel an lokalen Arbeitsplätzen später in die Industriezentren weiterzogen, während andere den Ort dauerhaft als neue Heimat mitgestalteten.
- Kriegerdenkmal 2. Weltkrieg
1964
Im Andenken an die Gefallenen, Vermissten und an den Kriegsfolgen Verstorbenen des 2. Weltkrieges wurden durch den Bildhauer Siegfried Herterich das Kriegerdenkmal durch zwei Stelen mit den Namen erweitert.
- Eingemeindung nach Hammelburg
01. April 1972
Zum 1. Januar 1972 entscheidet sich die Mehrheit der Bürger für die Eingliederung in die Stadt Hammelburg.
- Neuen Pfarrkirche
1973
Bischof Josef Stangl weiht die neu erbaute Pfarrkirche ein, die direkt an die historische Wehrkirche angebaut wurde.
- Strukturwandel
1970er–1980er Jahre
Nach der Eingemeindung nach Hammelburg (1972) schrumpft die Zahl der landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetriebe schrittweise. Diebach entwickelt sich zunehmend zur Wohn- und Pendlergemeinde (Einwohner: Bavarikon)
- Flurbereinigung
1965-1971
- Ortserweiterung oberhalb der Eisenbahnlinie
1975
In dem seit alters her rein agrarisch geprägtes Dorf besaßen die ortsansässigen Diebacher Bauern - begünstigt durch die traditionelle fränkische Realteilung - viele kleine und teilweise weit verstreute Äcker. Die so entstandene Parzellierung der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die eine profitable Bestellung der Felder weitestgehend verhinderte. Dies wurde durch die Flurbereinigung beseitigt.
Der Stadtrat Hammelburg beschließt den ersten Bebauungsplan „Sturmiusberg“. Damit wird das Areal oberhalb der Eisenbahnlinie – darunter die Straßen Am Neuenstein, Stadtweg, Grundweg sowie Wendelinusweg – für die Wohnbebauung freigegeben.
1982
Die Genehmigung des fortgeführten Bebauungsplans gibt weiteren Baugrund im Bereich Am Reesberg für die stetig wachsende Siedlung frei.
- Bau der Vereinsringhalle
1990er Jahre
Um dem regen Vereinsleben (Sportverein, Freiwillige Feuerwehr, Musikverein) ein Zentrum zu geben, entsteht die lokale Vereinsringhalle als Treffpunkt für Veranstaltungen und Sport.
- Erschließung „Sturmiusberg II“
1992
Mit dem Baugebiet Sturmiusberg II entstehen auf einen Schlag 68 neue Bauplätze. Das Areal oberhalb der Bahnlinie entwickelt sich damit endgültig zum größten zusammenhängenden Wohngebiet Diebachs.
- Sanierung der Kirchburg
2000–2006
Die historische Gadenanlage sowie die Pfarrkirche St. Georg werden umfassend restauriert und als bedeutendes Ensemble unter Denkmalschutz gestellt.
- Start der Dorferneuerung
2015
Einleitung des Verfahrens zur umfassenden Dorferneuerung durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) und die Stadt Hammelburg. Gründung von Arbeitskreisen und Wahl der ersten Teilnehmergemeinschaft.
- Neugestaltung Dorfplatz Schäferwiese
2021–2025
Planung und Beschlussfassung zur Neugestaltung des zentralen Dorfplatzes „Schäferwiese“ im Rahmen der Dorferneuerung Diebach.
- Ortsdurchfahrt & Kanalsanierung im Rahmen der Dorferneuernung
seit 2025
Beginn der umfassenden Tiefbauarbeiten: Sanierung des Kanalnetzes sowie der komplette Ausbau und die Neugestaltung der Diebacher Ortsdurchfahrt.
Wirtschaft, Kultur & Gemeinschaft
Geografische Lage und frühe Besiedlung
- Ein verzierter Armring aus Bronze mit leicht verdickten Enden
- Bruchstücke von Haarspangen und Ringen
- Die Scherben eines imposanten Vorratsgefäßes aus schwarzem Ton mit Perlenkranz am Hals (Höhe: 52 cm, Bauchumfang: 60 cm)
Frühmittelalter, Ersterwähnung und Entstehung der Wehrkirche
- Anfang der 1970er-Jahre: Für den Neubau der Pfarrkirche und der neuen Sakristei mussten mehrere Gaden weichen.
- 1976: Im Zuge des Ausbaus der Staatsstraße in der Ortsdurchfahrt Diebach wurden auch die straßenseitigen Kirchgaden abgebrochen und durch eine Stützmauer ersetzt.
- 2003: Erfolgreicher Abschluss der umfassenden Gesamtsanierung der Kirchgaden.
- 2006: Vollendung der Restaurierung der alten Wehrkirche.
mit Gaden und altem Schulhaus, das der neuen Kirche weichen musste.
Herrschaftsverhältnisse, Seuchen, Kriege und der Weg ins Königreich Bayern
- 1300: Das Würzburger Stift Haug weist erstmals Güter und Einnahmen in Diebach nach.
- 1337: Der Adlige Friedrich erwirbt einen Hof im Ort (Dippach) vom Stift Fulda.
- 1396: Die Freiherren von Thüngen zu Windheim und zum Sodenberg werden erstmals als Grundherren in Diebach urkundlich bezeugt (wobei deren Besitz vermutlich noch älter war).
- 1454: Heinrich von Erthal und seine Frau Anna veräußern am 4. März ihren Hof in Diebach – genannt der „Huttenerhoffe“ – für 300 Gulden auf Wiederkauf an Hans von Karspach und dessen Ehefrau Agnese.
- 1518: Diebach entwickelt sich weiter: Auf Bitten der Dorfgemeinschaft und mit Genehmigung des amtmännischen Verwalters Agapit von Hutten auf Burg Saaleck wird der Bau und Betrieb einer eigenen dörflichen Badestube gestattet.
- 1558: Ein massiver Ausbruch der Pest fordert zahlreiche Opfer und löscht einen Großteil der dörflichen Bevölkerung aus.
- 1630er-Jahre: Während des Dreißigjährigen Krieges schlagen die Seuchen erneut zu. Durch den ständigen Durchzug schwedischer und kaiserlicher Truppen werden Fleckfieber und Pest ins Saaletal eingeschleppt. Die Folge sind extreme Bevölkerungsverluste im gesamten Hammelburger Raum.
- 1660: Das Thüngensche Gut in Windheim geht samt seinen zugehörigen Ländereien in Diebach durch Kauf an das Würzburger Juliusspital über.
- 1688: Bau der repräsentativen steinernen Saalebrücke. Sie prägt fortan den Flussübergang, wird im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört. Zwischendurch wurde sie Übergangsweise als Holzbrücke repariert und in den 1970er-Jahren umfassend erneuert.
- 1781 (Älteste Gemeinderechnung): Die älteste erhaltene Gemeinderechnung gibt detaillierten Einblick in die Dorfverwaltung: Zu den Einnahmen zählten Brücken- und Wegezoll sowie Erlöse aus dem Verkauf von Holzabfällen und Gemeindeobst. Die Ausgaben deckten Almosen, Gehälter der Gemeindebediensteten sowie öffentliche Baumaßnahmen ab.
- Besonderheit Brandschutz: Unter der Rubrik „Nachbargeld“ wird der Verkauf eines ledernen Eimers („Letter Eymer“) aufgeführt. Jeder Neubürger musste offenbar einen solchen Löscheimer erwerben. Dies belegt, dass der örtliche Brandschutz – wenn auch auf Basis nachbarschaftlicher Pflicht – schon früh eine hohe Priorität hatte.
- 1805: Die Napoleonischen Kriege erreichen das Saaletal. Das Bischöfliche Ordinariat Fulda fordert den Diebacher Schultheißen per Zirkular auf, unter Eidschwur die Einhaltung der öffentlichen Ordnung und die Durchsetzung der Anordnungen der französischen Armee zu garantieren.
- 1816 (2. Mai): Im Zuge der europäischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress wird Hammelburg mit all seinen Ortschaften – darunter Diebach – feierlich an die Krone Bayerns übergeben.
- 1836: Diebach wird als stattliches Pfarrdorf mit rund 100 Häusern und 660 Einwohnern beschrieben.
- 1866 (Deutscher Krieg): Im Krieg zwischen Preußen und Österreich rücken preußische Kavallerieregimenter auf der Straße zwischen Hammelburg und Diebach auf. Nach kurzem Granatfeuer gerät die bayerische Reservekavallerie in Panik und tritt den Rückzug an. Etliche Pferde bleiben dabei im Sumpf des Diebacher Schilfs stecken. Vom Ortsgebiet aus befiehlt der bayerische General schließlich den geordneten Rückzug in Richtung Obereschenbach.
- 1892: Auf der Anhöhe des Sturmiusberges wird die neugotische Sturmiuskapelle errichtet, die bis heute als Wahrzeichen über dem Ort thront.
Der Diebacher Weinbau – Von Abt Sturmius bis heute
- Südhang Sturmiusberg
- Südhang Reesberg
- Römersberg (am Grabenloch)
Mühlenwesen und Wasserkraft

Dorfgerichtsordnung
Die Entwicklung des Diebacher Schulwesens
- 1710: Laut Inschrift im Firstbalken entsteht das erste eigenständige Schulhaus in Diebach auf dem Areal zwischen Pfarrhaus und dem Anwesen Trips.Januar 2012
- 1818: Ein dem Pfarrhaus gegenüberliegendes Bauernhaus wird erworben, zum Schulgebäude umgebaut und später aufgestockt. Es dient bis März 1961 als Schul- und Lehrerwohnhaus (zuletzt als sogenannte „Große Schule“ für die oberen Jahrgänge).
- 1889: Für die jüngeren Jahrgangsstufen wird die „Kleine Schule“ (II. Schule) erbaut.
- 1964/65: Gründung des Schulverbandes Diebach für die Klassen 7 und 8 zusammen mit Windheim (ab 1966 als „Katholische Bekenntnisschule Diebach“ erweitert um Morlesau, Völkersleier und Wartmannsroth).
- 1969/70: Bildung der „Öffentlichen Volksschule (Verbandsschule) Diebach“. Für die Grundschule (Klassen 1–4) umfasste der Verband Diebach, Morlesau und Windheim; für die Hauptschule (Klassen 5–9) zusätzlich Dittlofsroda, Schwärzelbach, Völkersleier, Waizenbach und Wartmannsroth. Durch die Differenzierung in Kurs- und Fachunterricht erhielten die Schulkinder eine qualifizierte Ausbildung für anspruchsvolle Lehrberufe.
- 1972/73: Im Zuge der bayerischen Gebietsreform werden die Jahrgangsstufen 8 und 9 des Verbandes fortan zentral in Hammelburg unterrichtet.
- 1981/82: Die Diebacher Schule verbleibt als Standort für die vierklassige Grundschule sowie für die 5. und 6. Klassen der Hauptschule (Klassen 7–9 wechseln nach Hammelburg).
Die Weltkriege und die Nachkriegszeit
Wiederaufbau, Flurbereinigung und die Eingemeindung nach Hammelburg
- 1949/1950: Bau des ersten dörflichen Kindergartens.
- 1953–1955: Verlegung der zentralen Wasserleitung zur Sicherung der Trinkwasserversorgung.
- 1957: Bau der Kanalisation entlang der Hauptstraße.
- 1961–1970: Schrittweise Ausweisung und Erschließung neuer Baugebiete am Reesberg (ab 1971 gefolgt vom Baugebiet am Stadtweg).
- 1963 & 1965: Fertigstellung der wichtigen Ortsverbindungsstraßen nach Morlesau (1963) und Windheim (1965).
- 1971/1972: Gründliche Instandsetzung der Saalebrücke, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs vor den anrückenden alliierten Truppen gesprengt worden war.
Die Eingemeindung nach Hammelburg (1972)
Kirchliches Leben, Friedhofsausbau und Denkmalpflege
- 1974: Bau einer neuen Aussegnungshalle direkt am Friedhofsgelände. Gemäß dem Wunsch des großzügigen Stifters Josef Bott erhielt sie das Patrozinium „St. Josef“ und wurde an Allerheiligen 1974 feierlich gesegnet.
- 1974–1987: Erweiterung der Friedhofsfläche auf ein Areal, das der Gemeinde bereits im Rahmen der Flurbereinigung zugeteilt worden war. Den feierlichen Schlusspunkt der Erweiterung bildete im Herbst 1987 die Versetzung des Friedhofskreuzes sowie der zwei Priestergrabdenkmäler in den neuen Friedhofsteil.
Kanalisation, Verkehrswege und neues Bauland: Diebach wächst
Vereinsleben, Ehrenamt und Dorfgemeinschaft seit den 1970er-Jahren
- 1981: Auf Initiative des 3. Bürgermeisters und Stadtrats Edgar Warmuth (Vorsitzender bis 1995) schlossen sich alle Ortsvereine im neu gegründeten Vereinsring Diebach zusammen.
Die Gründungsvereine: - SC Frankonia 1921 Diebach e. V.
- Freiwillige Feuerwehr Diebach e. V.
- Gesangverein
- St.-Georg-Verein
- Burschenverein
- Musikverein
Ein erstes großes Gemeinschaftswerk war 1985 der Zeltanbau am Sportheim für 35.000 DM.
- Kindergarten: Der Bau von 1949/50 wurde nach einer Grundrenovierung am 24. Mai 1981 neu gesegnet. Wegen des starken Bevölkerungswachstums wurde 1995 eine dritte Gruppe nötig. Dank enormer Eigenleistungen der Eltern und des St.-Georg-Vereins konnte der Stadtrat 1999 von einem Erweiterungsbau überzeugt werden, wodurch rund 100.000 DM an Baukosten eingespart wurden. 2013 folgte eine umfassende Grundsanierung des Gebäudes samt Einrichtung einer Kinderkrippe und Neugestaltung des Kleinkindergartens.Der Diebacher Kindergarten im April 2010
Vereinshalle am Sportheim (1994–1996)
Vom Schäfereigelände zum neuen Dorfmittelpunkt (1995–2000)
Das Diebacher Ortswappen: Symbolik und Geschichte
- Die Farben Rot und Silber:
Sie nehmen direkten Bezug auf das fränkische Wappen – den bekannten „Fränkischen Rechen“ mit seinen drei silbernen Spitzen auf rotem Grund – und unterstreichen die historische Zugehörigkeit zur Region. - Der Abtstab auf dem Berg:
Der goldene Abtstab auf silbernem Grund symbolisiert den Sturmiusberg, der nach Abt Sturmius vom Kloster Fulda benannt ist. Während der Hang des Berges über Jahrhunderte hinweg von Weinbergen geprägt war, erstreckt sich dort heute ein modernes Wohngebiet. - Die drei Mühlräder:
Sie stehen für das traditionsreiche Diebacher Mühlengewerbe an der Fränkischen Saale. Bereits im Jahr 812 wurden in einer Schenkungsurkunde drei Mühlen im Ort erwähnt. Diese Jahrhunderte alte Tradition lebt fort: Nach einer 20-jährigen Pause drehen sich beispielsweise die Räder der Rödermühle wieder – heute allerdings zur nachhaltigen Stromerzeugung aus Wasserkraft (ca. 40 kW) statt zum Mahlen von Getreide.
Die Namensentwicklung von „Thyfbach“ bis „Diebach“
- 0777 Thyfbach
- 1518 Dieppach
- 1795 Dippach, Tippach
- 1845 Diebach
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